Geschichte
Seit 1923 gehört Beckinghausen zu Lünen.
In Beckinghausen gab es zur Zeit der Römer ein römisches Uferkastell, das eine Größe von ca. 1,6 ha hatte. Es diente zum Schutz des Lippehafens sowie als Anlege- und Umschlagplatz für das 56 ha große Zweilegionenlager von Bergkamen-Oberaden, welches ca. 2,5 km westlich gelegenen war. Das Lager in Bergkamen-Oberaden und das Uferkastell in Beckinghausen wurden ca. im Jahre 9 vor Christi von den Römern angelegt. Das Römerlager in Bergkamen-Oberaden war das größte nördlich der Alpen.
In Höhe des katholischen Friedhofes Richtung Lippeufer verweist noch heute ein Stein mit Hinweistafel auf den Standort des Uferkastells. Vor gut 2000 Jahren haben römische Truppen dort ein Lager errichtet. Die Lippe die zu dieser Zeit noch schiffbar war, diente als Versorgungsweg für die römischen Armeen. Zwei Töpferöfen, die bei Ausgrabungen entdeckt wurden, bestätigen auch die Versorgungsfunktion des alten Römerlagers. Noch vor den Römern hatten sich in der frühen Mittelsteinzeit (12.000 bis 4.000 vor Christi) Germanen am Beckinghausener und Oberadener Lippeufer angesiedelt. Darauf lassen Scherbenfunde innerhalb und außerhalb der zwei benachbarten Römerlager schließen.
Mit den Ausgrabungen in Beckinghausen wurde der fast ovale, unregelmäßige sechseckige Grundriss des römischen Uferkastells freigelegt, der dem römischen Zweilegionenlager in Oberaden gleicht. Das 200 Meter lange und 100 Meter breite Kastell war von drei Spitzgräben und einem Wall, der durch Pfosten in Palisadengräben gestützt war, umgeben. An der Westseite konnte an der Unterbrechung der Palisadengräben und der beiden inneren Wallgräben eine Toranlage festgestellt werden. Gegenüber dem Westtor wird auch an der Ostseite eine Toranlage auf Grund mehrerer über den Palisadengräben hinaus springender großer Pfostenlöcher vermutet. Die Nordseite des Kastells, der Steilhang zum Lippeufer bildete eine natürliche Begrenzung. Vermutlich hielten die Römer auch von Türmen, die in 30 Meter Abständen am Wall standen, nach eventuellen Angreifern Ausschau.
Mit Ausgrabungsfundstücken sowie sachkundigen Erläuterungen können Interessierte ihren Wissensdurst auch im Heimatmuseum Bergkamen-Oberaden stillen.
Von DETLEF SEILER